In der Luft und aus dem All

Akteure des Panels „Future Surveillance and Control“ (Foto: BS/Dombrowsky)

„Je höher Staaten im Weltraum operieren, desto größer ist die Bereitschaft zur Kooperation“, so der Direktor des Satellitenzentrums (SATCEN) der Europäischen Union (EU), Brigadegeneral Pascal Legai. Der Franzose äußerte sich im Rahmen des Panels zu künftiger Überwachung und Kontrolle – vom Weltraum bis zu Drohnen (UAVs). Die Bedeutung der Zusammenarbeit auf der internationalen Ebene sowie einheitlich standardisierte Systeme sind für eine erfolgreiche Zukunft bei „Surveillance and Control“ aus der Luft und dem All unabdingbar. (04.12.2017)

Dem stimme die Industrie vollumfänglich zu, sagte Gerard Donelan, Vizepräsident für Verteidigung von der in Luxemburg ansässigen SES („Société Européenne des Satellites“) S.A., dem weltweit größten Satelliten-Betreiber. Dr. Fritz Merkle vom Bremer Luft- und Raumfahrtunternehmen OHB SE konnte sich dem nur anschließen.

Neben der herkömmlichen Überwachung und Kontrolle durch Satelliten und Flugzeuge werden seit einigen Jahren auch unbemannte Luftfahrzeuge (engl. UAVs) zur Aufklärung und Überwachung eingesetzt. General Legai erörterte, dass Drohnen mit dem heutigen Stand der Technik eine Echtzeitobservation sowie direkte Datenübertragung ermöglichen können. Dies biete auf der einen Seite militärische Hilfe bei der Aufklärung von Zielen, Beistand für Truppen in Kampfeinsätzen sowie Unterstützung im Bereich der medizinischen Versorgung. Auf der anderen Seite profitiere auch der zivile Bereich von der Weiterentwicklung. So könnten von Naturkatastrophen betroffene Gebiete erfasst und eine schnelle Analyse des Ausmaßes der Katastrophe erstellt werden. Die UAVs seien damit multifunktional einsetzbare Geräte.

François Rivasseau, Sondergesandter für den Weltraum vom Europäischen Auswertigen Dienst (engl. EAS), verwies auf die Herausforderungen und Bedeutung der Klärung rechtlicher Fragestellungen. Während Drohnen an regionales und internationales Recht gebunden seien, unterstünden Satelliten dem internationalen Weltraumrecht. Zukünftig sei hier eine Anpassung vonnöten sowie die Klärung der Frage, „wer die Oberhoheit über die Systeme und über die Verwaltung der gewonnen Daten“ innehabe, so Rivasseau weiter.

Cyber

Ein weiterer zentraler Punkt in dem Panel stellte die Cyber-Sicherheit dar. Eine immer schneller voranschreitende Digitalisierung und Entwicklung ermögliche es, die Gesamtheit aller Satelliten, speziell auch die älteren Systeme, vor Hackerangriffen und anderer Fremdeinwirkung zu schützen.

Für erfolgreiche Einsätze der UAVs wird die Klärung der Flugrechte stark im Fokus stehen. Simon Volkmann, Vertriebsleiter von E.I.S Aircraft, wies zum Ende dieses Panels darauf hin, dass Drohnen in den meisten Gebieten der Welt keine Berechtigung zum Starten besäßen und nicht die Flexibilität herkömmlicher Luftverkehrskontrolle vorwiesen. Eine erfolgreiche Überwachung und Kontrolle durch UVAs bedürfe der Klärung rechtlicher Fragen, welche nur auf internationaler Ebene stattfinden könne.