Digitalisierung der Landstreitkräfte

Diskussion im Panel „Future Land Forces“ (Foto: BS/Dombrowsky)

Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ Mit diesem Zitat von Perikles endete Generalmajor Reinhard Wolski, Amtschef des Amtes für Heeresentwicklung der Bundeswehr, das Panel über die künftige Entwicklung der Landstreitkräfte. Das Beste, um sich auf die Zukunft vorzubereiten, sei es, „Trends und Entwicklungen im Bereich der Landstreitkräfte zu analysieren“ sagte General Wolski in der Gesprächsrunde, an der Vertreter aus Schweden, Deutschland und England teilnahmen. Deutlich wurde, dass die Digitalisierung in der Zukunft der operationellen Arbeit des Heeres eine nachhaltige Veränderung mit sich bringen wird.

Generalmajor Chris Tickell, Direktor Fähigkeiten im britischen Heer, war der Auffassung, dass die Einsatztruppen kleiner, schneller und leichter werden würden. Die zukünftigen Einheiten würden neben der erhöhten digitalen Kommunikation auch von mehr automatischen und autonomen Waffensystemen unterstützt werden. Die Industrie sei auf diese Zukunft gut vorbereitet und stehe für eine gute Zusammenarbeit bereit, betonte Oliver Dörre, Vizepräsident für Vertrieb und Marketing der Thales Deutschland GmbH.

Deutlich wurde, dass die Umstellung auf eine neue, digitalisierte Arme nicht von heute auf morgen passieren kann. Ein lang geplanter Systemwechsel für die Synchronisierung der aktuellen wie der zukünftigen Streitkräfte sei dafür notwendig. Die komplette Umstellung auf eine digitalisierte Armee hielt Oberst Hakan Hedlund vom Kommando Heer der schwedischen Streitkräfte für nicht vorteilhaft: „Man braucht eine Kombination aus dem, was es jetzt gibt, und dem, was es geben wird“. In Bezug auf autonome Waffen und die Verkleinerung der Einheiten hob General Tickell deutlich hervor, dass es trotz jeglicher autonomer und automatischer Waffensysteme immer genügend Soldaten brauche, um Länder nach Konflikten stabilisieren zu können.

Alle Seiten betonten, dass die zukünftigen Streitkräfte wieder universell einsetzbar sein müssten. General Wolski merkte an, dass man die Streitkräfte nicht nur auf Gegner und Einsätze in Regionen wie Afghanistan ausrichten dürfe, sondern „dass man auf alle Szenarien in der Zukunft vorbereitet sein“ müsse. Außerdem wurde allgemein festgestellt, dass die militärische Zusammenarbeit auf internationaler Ebene sehr erfolgreich sei. Ihr gehöre die Zukunft der Landstreitkräfte, wie dem Militär insgesamt. Alle Panellisten bewerteten die Zusammenarbeit innerhalb des Rahmen-Nation-Konzeptes zur Verteidigung europäischer NATO Staaten als gute Vorbereitung für die Zukunft.