Digitalisierung des Gefechtsfelds

Neue Technologien sollten nie zum Selbstzweck eingeführt werden – Grundlage müsse die umfassende Bewertung konkreter Komponenten sein, sagte Mario Adimari, Vice President Defence Communication Systems bei Leonardo SpA (2. v.l.) (Foto: BS/Dombrowsky)

Die Digitalisierung bietet auch Chancen für die Gefechtssituation. Diese zu nutzen erfordert aber auch neue Strukturen für Command & Control besonders bei gemeinsamen Operationen. Über Herausforderungen und Gestaltungsspielräume wurde auf der Berlin Security Conference intensiv diskutiert.

Grundlage für eine Gestaltung müsse Klarheit über die konkreten operationellen Anforderungen sein, wie Oberst Nicolas Auboin vom Zentrum für Doktrin und Führung des französischen Heeres anmerkte. Um Überlegenheit im operationellen Bereich sowie die Leistungsfähigkeit der Führung aufrechtzuerhalten, müsse die Doktrin für das digitale Gefechtsfeld überdacht werden. „Es wird auf Grundlage schnellerer Informationsflüsse und Kommunikationsmöglichkeiten einen neuen Ansatz für die Ökonomie der Kräfte und eine neue Freiheit des Handels geben“, sagte Auboin.

Generalmajor Reinhard Wolski, Amtschef des Amtes für Heeresentwicklung, wies darauf hin, dass bei der Umsetzung von Technologien, die die Versorgung mit großen Informationsmengen auf dem Gefechtsfeld erlauben, zunächst zentrale strategische und organisatorische Fragen zu beantworten sein: „Wer soll, wann, wo und auf welcher Plattform welche Informationen erhalten?“

Für einen hochkarätigen Abschluss der Paneldiskussion sorgte Klaus Hardy Mühleck, CIO im Bundesministerium der Verteidigung, mit einem spontanen Statement. Er wies auf die Notwendigkeit hin, Beschaffungsprozesse zu beschleunigen. Bedarfe ließen sich bei großen und komplexen Projekten nicht vollständig vorab festlegen. „Wir brauchen ein Change Management, damit wir auf sich ändernde Voraussetzungen reagieren können“, erklärte Mühleck.